Textunterlegung in der
Musik der Renaissance
 
   
 

2.2.1 Aufführungspraktische Regeln

2.2.1.1 Gliederung von Text und Musik

Abschnittsbildung (1): Die erste Regel für jeden, der einer Melodie einen Text unterlegen will, musste sich mit der Zuordnung von Abschnitten des Textes zu musikalischen Abschnitten beschäftigen. Alle weiteren Regeln der Silbenverteilung bauen auf dieser Grundlage auf, sie selbst jedoch ist im Produktionsprozess verankert. Sogar Lanfranco wendet sich in dieser Beziehung an den Komponisten. Immerhin entnimmt dieser Stelle auch ein Sänger, dass sich die Textstruktur normalerweise in der Musik widerspiegeln sollte. Zäsuren bilden in Prosatexten syntaktische Einschnitte, in Lyrik gilt Gleiches für die Prosodie. In der Musik begrenzen Kadenzen und Pausen die Abschnitte [63]. Auf die Übereinstimmung von Texteinschnitten mit Pausen und Kadenzen weisen auch andere Theoretiker - ihrerseits im Hinblick auf den Kompositionsvorgang - hin [64].

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 Notenbeispiel: Ox, f. 5vOx, f. 5v

 

 
 ____________ 
  [63]    Vgl. Lanfranco 1533, S. 68; Harrán 1986, S. 136ff. 
  [64]  Vgl. unten, Abs. 2.2.2.1.4: Abschnittsbildung (2). 
 
  
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 Thomas Kleinhenz: Textunterlegung in der Musik der Renaissance. [Magisterarbeit Univ. Karlsruhe 1990] 2. Aufl. 2001. 
 
 
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